Unter der Terrassenüberdachung Tomaten ziehen und ernten

Terrassenüberdachung Glasschiebewände

Tomatenpflanzen (Solanum lycopersicum) gedeihen kräftig, wenn sie an einem warmen und sonnigen Standort stehen. Ratsam ist ein nach Süden ausgerichteter Balkon oder die Terrasse. Vorzugsweise stehen Tomaten im Topf eng an der Hauswand und unter einer Terrassenüberdachung. Sie schützt die empfindlichen Pflanzen vor Niederschlag. Ergänzt durch Glasschiebewände, bietet diese den Pflanzen einen zusätzlichen Windschutz.

Warum brauchen Tomaten ein Dach über dem Kopf?

Tomaten pflanzen im Topf – unter der Terrassenüberdachung gelingt dies. Denn: Das Siegergemüse auf der Beliebtheitsskala der Deutschen braucht einen zuverlässigen Regenschutz, um gesund zu wachsen. Andernfalls erhöht sich das Risiko, dass sich die Kraut- und Braunfäule ausbreitet.

Die Tomatenkrankheit entsteht durch den Pilz Phytophthora infestans. Die Pilzsporen sammeln sich auf der Unterseite feuchter Blätter. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit bildet sich ein grauer, zarter Pilzrasen, der sich innerhalb kurzer Zeit ausdehnt.

Die Kraut- und Braunfäule fällt zunächst durch harte und runzlige Flecken auf den Früchten auf. Später zieht sich die bräunliche Spur über die gesamte Tomate und befällt eine Pflanze nach der nächsten.

Vorwiegend feuchtes Wetter mit Temperaturen um die 15 Grad Celsius begünstigt die Ausbreitung der Pilzsporen. Um die Solanum lycopersicum vor der Kraut- und Braunfäule zu schützen, ergibt es Sinn, die Topfpflanzen unter einer Terrassenüberdachung zu platzieren –zusätzlich geschützt durch Glasschiebewände. Dabei empfiehlt es sich:

  • zwischen den Tomatenpflanzen einen Mindestabstand von 70 Zentimetern zu wahren, damit sich die Blätter nicht berühren und Feuchtigkeit durch den Luftzug schneller trocknet
  • die Blätter und Früchte regelmäßig auf Anzeichen eines Pilzbefalls zu kontrollieren und infizierte Pflanzenteile abzuschneiden und zu entsorgen
  • von unten zu gießen, sodass kein Wasser auf den Blättern zurückbleibt

Spritzwasser vermeiden Gärtner, indem sie die bodennahen Blätter der Solanum lycopersicum entfernen und Spritzschutzfolien auf dem Boden auslegen.

Glasschiebewände beugen einem Pilzbefall vor

Tomaten pflanzen im Topf – damit das funktioniert, empfiehlt sich neben einem Standort unter einer Terrassenüberdachung ein windgeschützter Platz. Durch den Wind erhöht sich sonst die Gefahr, dass sich trotz des Niederschlagsschutzes Pilzsporen auf den Pflanzen ausbreiten.

Als Windschutz auf der Terrasse kommen hohe Topfpflanzen sowie Sichtschutzwände infrage. Besser eignen sich Glasschiebewände, die zuverlässig den Wind abhalten. Die Schiebetüren aus einer Glasscheibe und Aluminiumkomponenten wandeln die Terrasse mit wenigen Handgriffen in einen Wintergarten um.

TIPP: Eine mit Glasschiebetüren versehene Terrassenüberdachung bietet der Solanum lycopersicum ähnliche Bedingungen wie ein klassisches Gewächshaus.

Welche Arten eignen sich für den Anbau auf der überdachten Terrasse?

Welche Tomatenarten Hausbesitzer unter ihrer Terrassenüberdachung anbauen, hängt hauptsächlich von den persönlichen Vorlieben ab. Schließlich gedeiht die große Mehrheit dieser Gemüsepflanzen im Kübel.

Für eine kleine Terrasse eignen sich jedoch besonders Buschtomaten mit ihrem kompakten und niedrigen Wuchs. Im Gegensatz zu anderen Sorten erfordert die ertragreiche Variante kein Ausgeizen. Folglich ersparen sich Gärtner das Entfernen überflüssiger Blätter und Triebe.

Steht die Solanum lycopersicum geschützt durch Glasschiebewände unter einer Terrassenüberdachung , empfehlen sich Sorten mit einer Wuchshöhe unter einem Meter. Zu ihnen gehört „Lizzano“, die mit wenig Platz auskommt. Sie erreicht im Schnitt eine Höhe von 50 Zentimetern.

Eine Terrassenüberdachung kann Tomaten vor dem Platzen schützen – oder?

Leiden die Topfpflanzen unter starker Trockenheit, machen sie laut einer 2023 veröffentlichten Studie mit lauten Geräuschen auf sich aufmerksam. Allerdings ertönen diese „Hilfeschreie“ in einem Frequenzbereich, den das menschliche Ohr nicht wahrnimmt.

Ist anhand anderer Anzeichen zu merken,  dass die Tomatenpflanzen Wasser brauchen, empfiehlt sich vorsichtiges Gießen in Maßen.

Der Grund: Solanum lycopersicum schützen sich bei längeren Trockenperioden, indem ihre Früchte eine festere Schale ausbilden. Erhält die Pflanze plötzlich eine größere Wassermenge, pumpt sie diese gezielt in das beliebte Fruchtgemüse. Jedoch gibt die Tomatenschale aufgrund der Festigkeit nicht nach und platzt auf.

Ebenfalls entsteht dieser Effekt, wenn große Regenmengen auf die Pflanzen einprasseln. Um zu verhindern, dass die Früchte nach einem starken Sommerregen platzen, empfehlen sich zwei Maßnahmen.

Einerseits achten die Gärtner darauf, die Erde durchgängig feucht zu halten – jedoch keinesfalls nass. Andererseits schützen sie das Fruchtgemüse unter einem Dachvorsprung oder der Terrassenüberdachung, ergänzt durch Glasschiebewände, vor dem Niederschlag.

TIPP: Bleiben die Tomaten bis zu ihrer Ernte intakt, eignen sie sich für den sofortigen Verzehr. Verschiedene Methoden helfen, das Fruchtgemüse für mehrere Wochen und Monate haltbar zu machen.

Können Gärtner Paradeiser unter der Terrassenüberdachung überwintern?

Paradeiser, wie das Nachtschattengewächs in Österreich heißt, bevorzugen eine warme Umgebung. Die kalten Wintermonate in Deutschland überleben sie im Freien nicht. Daher brauchen sie bereits im Herbst einen geschützten Standort.

Bewahren eine Terrassenüberdachung und Glasschiebewände die Paradiesäpfel vor Regen, Hagel und Wind, können diese bis in den Oktober draußen stehen. Jedoch brauchen sie ein Winterquartier, sobald die Temperaturen nachts unter zehn Grad Celsius fallen.

Zwar helfen die an der Terrassenüberdachung angebrachten Glasschiebewände dabei, aus der Terrasse eine Art Wintergarten zu machen. Jedoch ist dieser meist nicht beheizt, sodass die Tomatenpflanzen in der kalten Jahreszeit erfrieren.

Die Alternative: Gesunde und kräftige Pflanzen in einem beheizten Gewächshaus mit Temperaturen zwischen 22 und 24 Grad Celsius überwintern. Kräftige Buschtomaten im Topf können den Winter ebenfalls auf einer hellen Fensterbank im Haus verbringen.

Fazit

Stehen Tomatenpflanzen unter einer Terrassenüberdachung, profitieren sie von einem zuverlässigen Niederschlagsschutz. Dieser bewahrt die Pflanzen davor, dass Regen und Hagel sie zerschlägt. Gleichzeitig senkt sich durch die Überdachung die Gefahr, dass sich Pilzsporen auf den Tomaten ausbreiten. Glasschiebewände auf der Terrasse schützen zusätzlich vor Wind.

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